Kleintierpraxis & Petshop "Adlergarten"
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Notfalldienst

Kastration

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Katzen

Die Kastration bei Hauskatzen empfehlen wir ab dem 6. Lebensmonat , bei Rassekatzen ab dem 8. Lebensmonat. Die Kastration ist eine Routineoperation, die mit extrem wenig Komplikationen verbunden ist.

Mit folgenden Nachteilen muss bei einer nicht-kastrierten Katze (sowohl bei Katern wie auch bei Kätzinnen) gerechnet werden:

- Urinmarkierung in der Wohnung
- Erhöhte Gefahr von Autos angefahren oder überfahren zu werden und vermehrte Kampfverletzungen, weil nichtkastrierte Tiere (insbesondere der unkastrierte Kater) ein grosses Revier abstecken und es verteidigen muss.
- Erhöhte Gefahr vom Katzenaidsvirus angesteckt zu werden.
- Unruhige, rollige Kätzin und unerwünschter Katzennachwuchs.

 

Nager

Die Kastration von männlichen Meerschweinchen und Kaninchen ist in jedem Fall zu empfehlen. Nur so können sie artgerecht in der Gruppe gehalten werden. Die Kastration ist der Einzelhaltung eines Meerschweinchen- oder Kaninchenbockes immer vorzuziehen.

Da Meerschweinchen und Kaninchen sehr früh geschlechtsreif werden ( bereits 4 - 6 Wochen nach der Geburt ) ist auch eine sogenannte Frühkastration in diesem jungen Alter zu empfehlen.

Weibliche Tiere werden nur in Ausnahmefällen kastriert. Beispielsweise bei Urinmarkieren von Wohnungstieren oder bei Unvertragen in der Gruppe.

 

Rüden

Viele Rüden sind problemlose Familienhunde und müssen nicht kastriert werden, in einigen Fällen wird jedoch eine Kastration empfohlen:

- Starkes Dominanzverhalten.
- Aggressivität anderen Hunden gegenüber insbesondere gegenüber anderen Rüden.
- Ausgeprägtes Sexualverhalten (ständiges Aufhocken) verbunden mit Abhauen, Heulen, Essverweigerung, Besteigen der Beine des Besitzers usw.
- In Haushaltungen mit zwei oder mehr Hunden.
- Medizinische Indikationen (Prostatakrankheiten, Hodenkrebs usw.)

Rüden können ab einem Alter von ca. 6-9 Monaten jederzeit kastriert werden. Mit Nebenerscheinungen ist nicht zu rechnen.

 

Hündinnen

Die meisten Hündinnen werden zweimal jährlich läufig. Die Läufigkeit dauert ca. 3 Wochen. Die eigentliche Blutung dauert ca. 7 bis 10 Tage.

Die Kastration der Hündin wird von uns aus folgenden Gründen empfohlen:

- keine Probleme für den Besitzer durch Läufigkeitsblutungen (Sauberkeit).
- keine Probleme für den Besitzer die Hündin konsequent zu überwachen (Deckangst).
- In Haushaltungen mit zwei oder mehr Hunden.
- Bei Arbeitshunden.
- Bei medizinische Indikationen, va. bei Gebärmutterveräderungen, gewissen Arten von Brustkrebs etc.
- Um diesen Krankheiten vorzubeugen.

 

Zeitpunkt der Kastration der Hündin

Vor der ersten Läufigkeit:

- Die Hündin wird nie Brustkrebs entwickeln. Ca. 35% der nichtkastrierten Hündinnen über 9 Jahren erkranken an Brustkrebs. -52% aller Krebskrankheiten bei der Hündin gehen von der Milchdrüse aus.

Zwei Monate nach der ersten Läufigkeit (Gewisse Hündinnen sind ein wenig reifer):

- Brustkrebshäufigkeit deutlich reduziert gegenüber nichtkastrierten Hündinnen.
- Operationstechnische Vorteile gegenüber den physiologischen Verhältnissen während der Läufigkeit.

Nach der zweiten Läufigkeit:

- Es spricht nichts dafür, zwei Läufigkeiten abzuwarten.
- Dieser Zeitpunkt wird nur gewählt bei medizinischen Indikationen oder falls der/die BesitzerIn sich erst zu diesem Zeitpunkt für eine Kastration entscheidet.

 

Nebenerscheinungen nach einer Kastration

Gewichtszunahme

Die Neigung zur Gewichtszunahme lässt sich verhindern durch eine konsequente Einteilung der entsprechenden Futtertagesration. Kastrierte Hunde brauchen 10 – 20 % weniger Kalorien.

 

Harninkontinenz

Die Hündinnen verlieren spontan und unbewusst Urintropfen, v.a. während dem Schlafen. Häufigkeit ca. 15% bei Hündinnen über 20kg, ca. 7% bei Hündinnen unter 20kg. Eine medikamentelle Therapie, die täglich und lebenslang durchgeführt werden muss, ist in diesen Fällen unverzichtbar. (Tabletten, „Sirup“ etc.)

 

Fellveränderungen

Gewisse Rassen wie z.B. Irish Setter oder rote Cocker Spaniel bekommen eine dicke Unterwolle und ein buschiges Aussehen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Hündin eine Nebenerscheinung nach der Kastration entwickelt, ist jedoch wesentlich kleiner als die Wahrscheinlichkeit, dass eine unkastrierte Hündin im Verlaufe ihres Lebens entweder Brustkrebs und /oder Gebärmutter- bzw. Eierstockkrankheiten entwickelt.

 

Operationsvorbereitung und Betreuung nach der Operation

Am Vorabend des Operationstages wird dem Hund nur wenig Futter gegeben. Wasser darf immer zur Verfügung stehen. Füttern Sie den Hund am Morgen vor der Operation nicht mehr, sondern bringen Sie ihn nüchtern in die Praxis.

Der Hund bekommt vor der Operation eine Beruhigungsspritze (Narkoseprämedikation). Kurz vor Operationsbeginn legen wir Ihr Tier in eine Kurznarkose und schliessen es ans Inhalationsnarkosesystem an. Dieses System bietet eine optimale Ueberwachung der Narkosetiefe und Narkosedauer. Es könnte im Notfall auch künstlich mit reinem Sauerstoff von uns beatmet werden.Der Hund hat kurz nach der Operation zwei Schmerzspritzen erhalten.

Zu Hause sollte darauf geachtet werden, dass der Hund warm hat (Decke, ev. Bettflasche).

Am Abend des Operationstages wird dem Hund nur sehr wenig Futter und Wasser gegeben. Viele Hunde fressen am Operationstag wenig. Am zweiten Tag erhält der Hund die Hälfte seiner üblichen Futterration, dann kann die Futtermenge allmählich gesteigert werden. Es kann vorkommen, dass Hunde am Operationstag erbrechen. Meistens ist dagegen keine spezielle Behandlung notwendig.

Am Tage nach der Operation ist das Tier möglicherweise noch etwas müde und frisst nicht mit gutem Appetit, am 2. oder 3. Tag nach dem Eingriff sollte das Verhalten des Hundes aber wieder normal sein.

Die Hunde sollten bis zum Entfernen der Fäden mehrheitlich an der Leine geführt werden und nicht übermässig mit anderen Hunden spielen. Das Liegen auf schmutzigem Boden wie auch das Baden sollte vermieden werden.

Damit sich der Hund nicht leckt oder kratzt, kann ein Halskragen angezogen werden. Das Umbinden eines Schutzes (T-shirt, Boxer-shorts usw.) ist eine weitere mögliche, meist auch besser tolerierte Alternative.

Die Wunden sollten täglich auf Entzündung oder andere Probleme kontrolliert werden. Bitte geben Sie die Medikamente gemäss Verordnung!

Die Operationswunde muss nicht gereinigt werden, es sollen weder Salbe noch Puder appliziert werden. Die Fäden werden zirka nach 10 Tagen gezogen.

Falls sich nach der Operation Probleme ergeben sollten, zögern Sie nicht, uns anzurufen.