Kleintierpraxis & Petshop "Adlergarten"
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Notfalldienst

Welpenaufzucht

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Wenn die Muttermilch aus bleibt……

Ab und zu kommt es vor, dass die Mutter von Hunde- oder Katzenwelpen keine oder zu wenig Milch produziert. Folgende Gründe sind denkbar:

- Tod oder ernsthafte Erkrankung des Muttertieres
- Schlechter Mutterinstinkt und folglich vernachlässigen oder verlassen der Welpen
- Milchmangel unbekannter Ursache
- Brustdrüseninfektion, etc.

Die Welpen müssen während den ersten Stunden ca 2-5ml Kolostralmilch von der Mutter erhalten, damit sie ein funktionierendes Immunsystem aufbauen können. Die Kolostralmilch ist die erste Milch, die das Muttertier um die Geburt produziert. Fällt diese Milchproduktion aus irgend welchen Gründen aus, bekommen die Jungtiere zuwenig Abwehr- bzw. Schutzstoffe (Immunglobuline). Diese müssen daher von aussen künstlich zugeführt werden.

Die einfachste Methode ist das Verfüttern von entsprechenden Fertigprodukten (wie beispielsweise Immustrum), die kommerziell in der Praxis erhältlich sind. Denkbar ist auch das Applizieren von Antikörpern per Injektion.

Weiter kann versucht werden Welpentiere einer anderen säugenden Mutter „runter zu schmuggeln“, da die Muttermilch über mehrere Tage Schutzstoffe enthält.

 

Mittleres Geburtsgewicht von Hunde- und Katzenwelpen

Katze 90- 110 Gramm
Kleine Hunderassen 100- 150 Gramm
Mittlere Hunderassen 200- 300 Gramm
Grosse Hunderassen 400- 600 Gramm
Riesenrassen bis & über 700 Gramm

 

 

Milch und Milchersatz

Die besten Erfolge erzielt man mit der speziell dafür entwickelten Ersatzmilch, die sie in Praxen beziehen können ( Vitalmilk, Puppymilk, Cimilac, Welpilac, etc…). Oft genügt die Verwendung von Kuhmilch eben nicht und es kommt zu Verdauungsstörungen. Folgender Vergleich von Milchinhaltsstoffen zeigt dies deutlich:

Kuhmilch Hundemilch Katzenmilch
Fett 3,5% 9% 5%
Eiweiss 3,3% 8% 8%
Laktose 3,5% 4,7% 7%
Trockenmasse 12% 23% 19%
Kalzium 0,12% 0,28% 0,04%
Phosphor 0,1% 0,24% 0,07%

 

Sollte kein Ersatzpräparat zur Hand sein, kann man folgende Rezeptur vorübergehend einsetzen:

2dl Vollmilch, 1 Eigelb, 1 Teelöffel Sonnenblumenöl, Multivitamintropfen. Die Temp. sollte ca. 37°C haben. Zum Abfüllen wählt man am besten eine Saugflasche für Welpen. Die Oeffnung bzw. das Loch im Sauggummi sollte nur so gross sein, damit die Welpen noch aktiv saugen müssen. Die Milch darf also nur tropfweise von der Flasche austreten.

Die Welpen müssen so gelagert sein, damit die Vorderbeine und der Kopf bei der Nahrungsaufnahme leicht erhöht sind.

Die Fütterung mit der Pipette birgt die Gefahr des Verschluckens mit einer drohenden Lungenentzündung und sollte deshalb vermieden werden.

 

Milchmenge/ Tag

1. Woche 10- 70ml (je nach Welpengrösse)
2. Woche 20-150ml
3. Woche 30-180ml

 

ab der 4. Woche kann bereits zerkleinertes Dosenfutter zusätzlich angeboten werden.

 

Fütterungsintervall

1.- 3.Tag alle 2 Stunden
3.-14.Tag alle 3 Stunden
14.-21.Tag alle 4 Stunden

 

Welpen, die mit dem Schoppen aufgezogen werden, nehmen in der Regel langsamer zu, haben aber ihr Geburtsgewicht nach ca. 14 Tagen ebenfalls verdoppelt.

Die leichte Massage des Bauches und der Analgegend nach der Fütterung löst einen Reflex für Kot – und Harnabsatz aus. Diese Massnahme ist sehr wichtig um allfälligen Verstopfungen und Harnstauungen vorzubeugen!

 

Umgebungstemperatur

Da Welpen während der ersten Wochen ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren können, ist eine adäquate Umgebungstemperatur sehr wichtig.

1. Woche 30°C
2. Woche 28°C
3. Woche 26°C
4. Woche 24°C

 

Heizkissen eignen sich dafür besser als Wärmelampen, da die Jungtiere damit die Möglichkeit haben, wärmere Plätze zu suchen oder sie auch wieder zu verlassen.

 

Körpertemperatur von Welpen

1. Woche 33.5-36,5°C
2. Woche 36,5-37,0°C
3.Woche 37,0-37,5°C
4. Woche 37,5-38,5°C

 

 

Verhalten von Welpen

Ruhe ist für junge Welpen von Bedeutung. Während den ersten Lebenswochen zeigen die Tiere wenig Aktivität, sondern fressen und schlafen vorwiegend. Sind die Jungtiere unruhig oder schreien gar, haben sie Hunger oder sie frieren.